Hoffnung für Hungernde
Die Herstellung von Biokraftstoffen konkurriert mit der Nahrungsmittelproduktion. Schon seit Jahren gibt es heftige Kritik am Anbau von Pflanzen für die Kraftstoffgewinnung. Dadurch war ein enormer Preisdruck auf Lebensmittel entstanden. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und die FAO (Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) sagen in einem Bericht einen Preisanstieg für Getreide bis zum Ende dieses Jahrzehnts um 20 Prozent voraus. Entsprechend soll sich Fleisch um 30 Prozent verteuern.
Insbesondere der Maispreis ist massiv angestiegen, weil z.B. in den USA die Hälfte der Maisernte für die Kraftstoffherstellung verwendet wird. Durch Subventionen von sechs Milliarden Dollar im Jahr unterstützt der Staat die Biospritproduktion. Der Preis für Normalbenzin in den USA liegt bei 3 bis 4 Dollar für eine Gallone (ca. 3,8 Liter).
Jetzt steht die Biospritförderung vor dem Aus: Der Senat stimmte mit Mehrheit dafür, die Steuervergünstigung für Raffinerien zu streichen, die Biokraftstoffe zur Benzinherstellung verwenden. Auch große Nahrungsmittelhersteller wie Kraft haben sich gegen die Subvention eingesetzt. Die Aktion wird von Demokraten und Republikanern unterstützt.
Gunther Warnecke
Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 139, 18., 19. Juni 2011

