Kaffee: schlechte und gute Nachrichten

Zuerst die schlechte Nachricht: der Kaffee ist teurer geworden, weil weltweit die Nachfrage gestiegen ist, zudem gab es bei der hochwertigen Sorte Arabica zweimal eine schlechte Ernte in Südamerika, nicht zuletzt haben auch Börsenspekulationen auf grüne Kaffeebohnen den Preis steigen lassen. Somit werden momentan die höchsten Preise seit 13 Jahren verzeichnet, was für die Produzenten gut sein kann.
Die GEPA, Hauptlieferant der Weltläden, hat deswegen die Endpreise nicht halten können, die 250 Gramm-Packung ist durchschnittlich 30 Cent teurer geworden. das verteuert die Tasse Kaffee um etwa einen Cent.
Entwicklung der Kaffeepreise
Trotzdem sollten sich die deutschen Kaffeetrinker vom Genuss ihrer 800 Tassen Kaffee, die sie durchschnittlich im Jahr trinken, nicht abhalten lassen, denn es gibt auch gute Nachrichten, die den medizinischen Aspekt des Kaffeegenusses beleuchten:
Immer hieß es, und mancher Mediziner ist auch heute noch davon überzeugt, dass Kaffeetrinken die Entstehung von Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems fördert. Studien zeigen, dass bei einer Menge von drei bis vier Tassen am Tag kein erhöhtes Risiko besteht. Bei weiblichen Teilnehmern in einer großen internationalen Untersuchung zeigte sich sogar bis zu einer Menge von 5 bis 6 Tassen pro Tag ein vermindertes Risiko. Das gilt auch für Europäer allgemein.
Eine wesentliche Rolle für die Entstehung von Herz- und Kreislauferkrankungen spielen "oxidative Reaktionen" im Stoffwechsel. Vor diesen schützen so genannte Antioxidantien, die besonders im Kaffee in großer Zahl enthalten sind. Ein positiver Einfluss ist auch bei Diabetikern zu erkennen, auch hier besonders bei den Frauen. Raucher haben allerdings ein höheres Risiko. Ebenfalls kein negativer Einfluss fand sich auf das Körpergewicht, die Pulsfrequenz, den Insulinspiegel und die Blutfette. Erstaunlich ist, dass die Blutfette bei entkoffeiniertem Kaffee eher ansteigen.
Eine finnische Studie lässt erkennen, dass die Sterblichkeit bei Männern höher ist, wenn sie keinen Kaffee trinken. Traditionell trinken Skandinavier sehr viel Kaffee.
Krebserkrankungen der Nieren, des Darmes (bei Frauen) und der Leber treten bei Kaffeetrinkern seltener auf, eine Ausnahme könnte der Blasenkrebs sein, hier ist das Studienergebnis nicht eindeutig.
Bei einer Menge von bis zu vier Tassen pro Tag wirkt Kaffee, wenn man eine Bilanz über 24 Stunden betrachtet, nicht entwässernd, besonders bei regelmäßigem Konsum. Kaffee muss also auch als Teil der normalen Flüssigkeitszufuhr betrachtet werden.
Bei Kaffeekonsumenten werden weniger Fälle von Alzheimer-Demenz beobachtet, die Gefahr einer Parkinsonerkrankung (Schüttellähmung) wird vermindert, die allgemeine Gedächtnisleistung bleibt länger erhalten bei Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken.
Einschränkung: Es gibt Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren und folgende Symptome zeigen können: schneller Herzschlag, Hautrötung, Unruhe, Zittern, Angstzustand, Schlafstörung, Krämpfe.
Eine weiter Einschränkung gilt für Schwangere, entsprechend den Emnpfehlungen europäischer Ernährungsgesellschaften sollten Schwangere nicht mehr als 200 bis 300 mg Koffein pro Tag zu sich nehmen, das entspricht 2 bis 3 Tassen Kaffee. Menschen mit schon bestehendem Hochdruck können auf Kaffee mit einer Verschlechterung reagieren, die hierzu vorliegenden Untersuchungen sind aber widersprüchlich.
Grundsätzlich gilt, was im 16. Jahrhundert Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, gesagt hat: "Alle Ding sind Gifft/ und nichts ohn' Gifft/ allein die Dosis macht/ das ein Ding kein Gifft ist".
Autor: Gunther Warnecke
Quellen: www.uptodate.com; Paolo Colombani, Fette Irrtümer; http://www.swissfir.ethz.ch; de.wikipedia.org
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