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Kakao, die Xte……

Seit Jahren sind die zum Teil erbärmlichen Bedingungen bekannt, unter denen in Westafrika, besonders in Elfenbeinküste, die Kakaobauern diesen bei uns so begehrten Rohstoff gewinnen. Die Preise sollen niedrig gehalten werden – seit Jahrzehnten gibt es die magische Grenze für den Preis einer Tafel Schokolade: entweder 1 DM oder 1 €.

Somit werden die Kakaobauern so schlecht bezahlt, dass ihre Kinder auf den Farmen mitarbeiten müssen und oft nicht zu Schule gehen können, dazu kommt, dass diese Arbeit, die nach Maßgabe der Kinderrechtskonvention der UN und den Statuten der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) verboten ist, oft unter unzumutbaren Bedingungen geleistet werden muss: Tragen schwerer Lasten, Arbeiten mit gefährlichem Gerät wie Macheten und ungeschützte Tätigkeit unter Einfluss von Pestiziden und Düngemitteln.

Schon vor 10 Jahren wurde die Kakao verarbeitende Industrie aufgeschreckt, als bekannt wurde, dass es in Westafrika Kinderarbeit in verheerendem Ausmaß gab: Studien sprachen von 650 000 Kindern.

Es wurde ein Protokoll erstellt, dass von der Industrie, von Verbänden der Beschäftigten, von der ILO und Nichtregierungsorganisationen unterzeichnet wurde. Ziel war eine Beendigung der massenhaften und gefährlichen Kinderarbeit sowie der – nachgewiesenen – Kindersklaverei. Passiert ist bisher wenig, da die Industrie die versprochenen Änderungen ständig hinausgezögert hat.

Jetzt erschien in der Süddeutschen Zeitung einer Artikel mit dem Titel: „Nestlé will saubere Schokolade“. Der Konzern (größter Lebensmittelkonzern der Welt mit einem Umsatz 2009 von 107,6 Milliarden SF und einem Gewinn von 11,8 Milliarden) will prüfen, „ob das Unternehmen Kakaobohnen bezieht, die mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht werden können“.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass Nestlé seit 10 Jahren nicht gewusst haben soll, unter welchen Bedingungen ihre Kakaobohnen geerntet werden, vielleicht liest dort niemand Zeitung. Vor einem Jahr gab es vom dänischen Regisseur Miki Mistrati einen sehr realistischen Film über „Schmutzige Schokolade“, in dem auch Nestlé schlecht abschnitt.

Immerhin will die Firma jetzt mithilfe der gemeinnützigen Organisation FLA (Fair Labour Association) die Versorgungskette überprüfen. Das Ergebnis der Untersuchung soll im Frühjahr 2012 vorliegen. Nestlé will 90 Millionen Euro in die Überprüfung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Kakaofarmer investieren.

Es sind nicht nur die Kakao verarbeitenden Firmen für das Elend in Westafrika verantwortlich, auch vor Ort gibt es Missstände, die das Leben der Bauern schwer machen.

Aber der Verbraucher muss nicht warten, bis unendlich reiche Konzerne endlich ihren Pflichten nachkommen: fair gehandelte Schokolade gibt es inzwischen fast überall.

 

Quellen: Süddeutsche Zeitung  Nr. 275, 29. November 2011

               Die dunklen Seiten der Schokolade, Studie des Südwind e.V. von 2009

 

Gunther Warnecke

 

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